Die Wandoberflächentemperatur ist der kritischste Parameter bei der Schimmelrisikoberechnung – und wird in der Praxis am häufigsten unterschätzt. Während die Raumtemperatur oft bei angenehmen 20°C liegt, kann die Wandoberfläche in einer Außenecke bei nur 14–15°C liegen.
Dies liegt am geometrischen Kältebrücken-Effekt: An Außenecken gibt die Wand außen mehr Fläche ab, als innen Wärme nachgeliefert wird. Das Ergebnis: Die Ecke ist dauerhaft 2–3°C kälter als die übrige Wandfläche – und damit oft der erste Ort, an dem Schimmel erscheint.
Messen Sie die Wandtemperatur mit einem Infrarot-Thermometer direkt an der kältesten Stelle (typischerweise Außenecken, hinter Möbeln, unter Fensterbänken). Geben Sie den gemessenen Wert in den manuellen Modus unseres Rechners ein – für eine präzise Risikoeinschätzung nach DIN EN ISO 13788.
Die Norm definiert den Temperaturfaktor fRsi, der beschreibt, wie warm eine Wandoberfläche im Verhältnis zur Außentemperatur sein muss, um Schimmelwachstum zu verhindern. Unser Rechner setzt diese Norm in verständliche Ergebnisse um.